11.12.2010 - Damen I - FSV Reichenbach & SG Adelsberg
Geschrieben von: Marc Stoll   
Montag, den 27. Dezember 2010 um 13:54 Uhr
Am 11.12.2010 stand für die Mädels von Textima der letzte Kracher des Jahres auf dem Plan. Mit FSV Reichenbach erwartete man den Absteiger aus der Regio, gegen den man erst wenige Wochen zuvor eine sehr deutliche Klatsche einstecken musste. Und im 2. Spiel des Tages stand das 1. Derby gegen den Erzrivalen SG Adelsberg auf der Tagesordnung. Die Vorzeichen für den Spieltag waren alles andere als gut, hatte man doch in den vorangegangenen Spielen mehrfach unglücklich aggiert und auch teilweise schon sicher geglaubte Spiele noch aus der Hand gegeben. In der ausgeglichen besetzten Sachsenligasaison seit Jahren könnten weitere Ausrutscher zu massiven Problemen führen. Für den heißen Kampf standen mit Saskia und Anka erstmals auch 2 von 3 Neuzugängen zur Verfügung, die im Verlauf auch gleich eine sehr tragende Rolle spielen sollten.

Mit einem gehörigen Willen nach Wiedergutmachung für die kürzlich erlittene Schlappe starteten wir in das Spiel gegen Reichenbach. Von Anfang an wurde klar, dass keines der beiden Teams auch nur einen Millimeter kampflos hergeben wollte. Gegenüber dem Hinspiel aggierten wir mit Anka auf Mitte und Elli auf Diagonal. Das führte zu der erhofften Steigerung im Block, in dem sich vor allem die Außenangreiferinnen von Reichenbach ein ums andere Mal verrannten. Gegenüber dem Hinspiel bekamen wir auch die Aufschläge von Reichenbach deutlich besser unter Kontrolle - das intensive Annahmetraining der letzten Wochen mag da einiges beigetragen haben. Mitte des Satzes gelang es uns beim Stande von 14:14 durch zwei Aufschlagserien von Anka und Elli einen entscheidenden Vorsprung herauszuarbeiten, den wir bis zum Ende des Satzes verteidigen konnten. Mit 25:20 ging der erste Satz also überraschend deutlich aber verdient an uns.

Sichtlich geschockt trabten die Reichenbacherinnen auf die andere Seite. Für uns war das wie ein Befreiungsschlag und zeigte uns deutlich, dass an diesem Tag unbedingt ein Sieg gegen eines der "großen" Teams her musste. Natürlich verblieb die erfolgreiche Aufstellung Elli auf Dia, Katja T. und Anka auf Mitte, Niggl und Anna auf Außen und Kristin im Zuspiel sowie Petra als Libero auf dem Feld. Der zweite Satz knüpfte in Spannung und Kampf nahtlos an den ersten Satz an. Den zahlreichen Zuschauern bot sich in dieser Phase ein wirklich gutes Spiel. Gerade als es in die kritische Phase des Satzes ging, zog sich Petra beim Stande von 23:23 bei einer Abwehraktion eine Verletzung am Sprunggelenk zu. Alle waren ziemlich geschockt - ein vorweihnachtliches Wunder, dass wir in dieser schwierigen Situation sogar noch einen Satzball von Reichenbach abwehren und nach 2 Punkten in Folge den Satz mit 26:24 noch gewinnen konnten.

Nun machte sich eine gewisse Unsicherheit breit. Petra wurde von unserem "Samariter" Jerry ins Krankenhaus gebracht, da klar war, dass es die nächste schwerere Verletzung bei ihr sein würde. An dieser Stelle nochmal einen ausdrücklichen Dank für den Fahr- und Betreungsdienst.
Saskia wurde kurzerhand zum Ersatzlibero erklärt und das Motto ausgegeben: "Lasst uns das Spiel für Petra gewinnen". Den Vorfall schnellstens abhaken und auf das Spiel konzentrieren, war nun das alles entscheidende Ziel. Nur wenn das gelingen würde, hätten wir eine Chance, den Sieg noch zu retten.

Und das gelang allen erstaunlich gut. Allen Befürchtungen zum Trotz, gelang es den Reichenbachern nicht, die Schwächung von Tex auszunutzen. Die nun häufiger zu Tage tretenden Probleme in der Abstimmung bzw. Feldabwehr konnten mit guten Aufschlägen und guter Blockarbeit mehr als ausgeglichen werden. Nach erneuter Abwehr eines Satzballs von Reichenbach gewannen wir schließlich den dritten Satz mit 26:24 und damit auch das Spiel - in der Höhe zu deutlich aber insgesamt völlig verdient - mit 3:0. Natürlich entlud sich der ganze Druck der letzten Wochen in grenzenlosem Jubel.

Auf diese Art mental gestärkt - personell vermeintlich leider etwas geschwächt - ging es ins Derby gegen Adelsberg.
Die Mädels um Trainer Klaus Meier sind bis dato auch durch eine wechselhafte Saison gegangen. Es war also nicht abzusehen, welchen Einfluss z.B. das Fehlen von Zuspielerin Bianka Zabelt haben würde.

Frei nach dem Motto "never change a winning team" begannen wir mit der aus Spiel 1 bekannten Aufstellung. Wir konnten vor allem mit den Aufschlägen viel Druck machen, während die SGA uns immer wieder mit variablen und schnellen Spiel über die Mitte zur Verzweiflung brachte. Den großen Angreiferinnen der SGA konnten wir nicht wie im ersten Spiel mit dem Block Einhalt gebieten. Trotzdem gelang es uns, den ersten Satz mit 25:23 an Land zu ziehen.

Die SGA - die die letzten 3 Partien gegen uns gewinnen konnte - ließ sich davon herzlich wenig beeindrucken und gestaltete den 2. Satz vollkommen offen. Bis zum 14:14 konnte sich niemand entscheidend absetzen, bevor Elli die Tex Damen mit einer Serie von 8 Aufschlägen in Folge auf die Siegerstraße bringen konnte. Der Satzgewinn von 25:19 war die vollkommen verdiente Konsequenz.

Nun kam was kommen musste - Adelsberg hatte nichts mehr zu verlieren und konnte locker aufspielen, während sich einige von uns wohl schon mit einem Bein im Feierabend wähnten. Der in den ersten Sätzen siegbringende Druck in den Aufschlägen wandelte sich nun in Unsicherheit und Schwäche. Gleichzeitig erhöhte die SGA den Druck - v.a. über die Mitte und Diagonalseite. Dem konnte Niggl nicht mehr effektiv entgegenhalten und wurde durch Katja J. ersetzt. In der Endphase des Satzes brachte dann ausgerechnet die Ex-Tex-Spielerin Nadin Scholz den ersten Satzverlust des Tages für Tex.

Nach diesem ersten Warnschuss vor den Bug, galt es aufzuwachen und zurück auf die Siegerstraße zu kommen. Durch die vielen Probleme in Annahme und Feldabwehr in den zurückliegenden Sätzen, ließen die Kräfte bei Kristin zunehmend nach und ihre Pässe ebenso. Daher wurde sie nun durch die endlich wieder zur Verfügung stehende Suse ersetzt, welche schon nach wenigen Ballwechseln der Eingewöhnung zu alter Hochform auflief. Das Spiel verlief nun zwar vom Punktestand her immernoch extrem ausgeglichen, jedoch erwachte so langsam - und vor allem gerade noch rechtzeitig - der Kampgeist wieder. Durch einige Unkonzentriertheiten in der Feldabwehr  und im Angriff ging der Satz leider trotzdem an Adelsberg.

Wie in so vielen Spielen diese Saison und gegen die SGA zuvor, musste der fünfte Satz die Entscheidung bringen. Katja J. und Suse blieben in dieser Phase auf dem Feld. Die nun auch zu Höchstform auflaufenden Tex-Fans (wie so oft unter der lobenswerten verbalen und akkustischen Führung von Axel :o)  ) mussten mit erschrecken ansehen, dass die Damen auf dem Feld mal wieder einen schon fast typischen Fehlstart aufs "Parkett" zauberten. Ehe man sich versah, stand es 1:5 - der Seitenwechsel erfolgte bei sage und schreibe 3:8. Doch nach einigen klaren Ansagen und der Motivation nochmal alles aus sich herauszuholen - schließlich sollte es das letzte Spiel für dieses Kalenderjahr sein - konnte der Schalter wieder auf Volle Kraft voraus gestellt werden. Den alles entscheidenden Schlag sollte nun Katja T. mit einer sagenhaften Serie von 8 Aufschlägen in Folge bringen. Von 4:10 ging es so auf 12:10. Ein Schock, von dem sich die SGA nicht mehr erholen sollte. Zwar konnte noch auf 12:12 ausgeglichen werden, jedoch machte Suse mit einer 3er Serie die Deckel zu.

Dieses sensationelle Wochenende brachte uns den 5. Sieg im 10. Spiel und katapultierte uns von Platz 8 auf 3. Alle Sorgen der Vorwochen scheinen nun wie weggewischt.

Das Team hat gezeigt, dass es mit geschlossenem Einsatz auch große Verluste wie das Fehlen von Petra und Bine wegstecken kann. Nicht auszumalen, wieviel Potential in u^dns steckt, wenn wir endlich mal aus dem vollen schöpfen können :o)

Nun können wir beruhigt Weihnachten feiern und relativ sorgenfrei 2011 angehen.

Schmied
 
 
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